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Wie sammeln Bienen Bio-Honig?

Wie sammeln Bienen Bio-Honig?

22.07.2020

Natürlich erkennt eine Biene nicht, ob sie ihren Nektar auf einer biologisch angebauten Pflanze sammelt oder sich in konventionellen Anbauflächen bewegt. Aber es gibt klare, verbindliche Richtlinien für Bio-Imker.

Standort des Bienenstocks und der Bienenweide

Die Art und die Zusammensetzung der Bienenweide bestimmen die Qualität des Honigs: die Farbe, die Inhaltsstoffe, den Geschmack. Bienen sammeln immer so nah wie möglich am Stock. Bei guter Tracht (= Nektar und Pollenausbeute), beträgt der Flugradius einer Arbeiterin einen halben bis einen Kilometer. Bei knappem Angebot können es im Extremfall aber auch bis 12 km werden. Für 1 kg Honig legen Bienen im Schnitt 100'000 km zurück!

Für zertifizierten Schweizer Bio-Honig muss die Bienenweide im Umkreis von 3km aus mindestens 50% Bio- oder ÖLN-Flächen oder Wildpflanzen (Wald / Hecke) bestehen und ausreichend natürliche Quellen an Nektar, Honigtau und Pollen sowie Zugang zu Wasser bieten. Es dürfen sich keine zu stark verschmutzten Quellen in der Nähe befinden. (ÖLN-Fläche: Fläche mit ökologischem Leistungsausweis wie Buntbrache oder Hochstamm- Obstanlage).

So wird sichergestellt, dass Bio-Honig aus möglichst unbelasteten Quellen stammt. Die Bienen selber funktionieren zusätzlich als natürlicher «Filter», und eliminieren allfällig vorhandene Schadstoffe mit ihrem Körper aus dem Honig. Weitere Richtlinien betreffen die Tierhaltung, -Zucht und Honiggewinnung.

Bienenhaltung

Wie für andere Tierhalter, gelten auch für Bio-Imker strenge Haltungsvorschriften. Bei allen Biolabels ist das Beschneiden oder Verstümmeln der Flügel bei Königinnen nicht zulässig. Natürliche Vermehrung durch den Schwarmtrieb wird bevorzugt (bei Demeter-Richtlinien Pflicht). Für die Bekämpfung der gefürchteten Varroamilbe und weiterer Bienenschädlinge werden nur natürliche Mittel eingesetzt. Die Überwinterung der Völker geschieht mit umfangreichem Honig- und Pollenangebot und bei Bedarf darf nur mit eigenem Honig und Futter in Bioqualität zugefüttert werden.

Honig in der Medizin

Schon antike Völker wussten um die Heilkraft der süssen Köstlichkeit. Der griechische Arzt Hippokrates verordnete Honigsalben bei Fieber, Verletzungen und eiternden Wunden. Das Wissen um die medizinischen Wirkungen des Honigs trat in Westeuropa durch den Aufstieg der Pharmaindustrie in den Hintergrund. Doch seit einiger Zeit widmet sich die Wissenschaft wieder seinen heilsamen Eigenschaften. Heute bestätigen medizinische Forschungen: Honig hemmt als natürliches Antibiotikum das Wachstum von Keimen.

Alternative Behandlungsmethoden von Entzündungen im Hals- und Rachenraum, die Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen mit Honig rücken so wieder zunehmend ins Bewusstsein. Besonders wirksam ist der sogenannte Manukahonig, der aus dem Nektar des neuseeländischen Manukastrauchs stammt. Er enthält den Stoff Methylglyoxal, der die Zellwände von Bakterien zerstört und deren Stoffwechsel blockiert, was zum Absterben der Keime führt. Auch einheimische Honige enthalten diesen Stoff, wenn auch in deutlich geringerer Konzentration.

Demeter-Imkerei

Die Richtlinien für wesensgemässe Bienenhaltung schreiben Naturwabenbau und Königinnenvermehrung aus dem eigenen Volk vor. Die Einwinterung auf Honig wird angestrebt. Muss aus Mangel an Nektar zugefüttert werden, wird ein Kräuterblütentee gegeben, der mit eigenem Honig und wenig Bio-Rohzucker angereichert ist. Mit den in den Demeter-Richtlinien festgelegten Bedingungen begleitet der Demeter-Imker das Bienenvolk so, dass es seine ureigenen Impulse leben kann.

Honig aus Demeter-Imkerei ist eine besondere Kostbarkeit. Der Bien, wie die Gesamtheit eines Bienenvolkes auch genannt wird, wird artgemäss gehalten, so dass er sich organisch entwickeln kann. Dies und die achtsame Auswahl der Standorte tragen zur aussergewöhnlichen Qualität des Honigs wesentlich bei. Honig aus Demeter-Imkerei wird nach den Rhythmen von Natur und Kosmos gewonnen und nie über die natürliche Temperatur des Bienenstocks von 35 Grad erwärmt.

Demeter-Pluspunkte

  • Wesensgemässe Bienenhaltung
  • Einsatz von Heilmitteln, die auch natürlicher Bestandteil des Honigs sind
  • Schonende Honigbehandlung
  • Wertvolle Inhaltsstoffe und fein-aromatischer Geschmack
  • Gebrauch von Naturwaben
  • Vermehrung erfolgt aus Schwarmtrieb

… Übrigens: Um die fleissigen Honigsammlerinnen zu unterstützen, können Sie Ihren persönlichen Beitrag leisten, ohne gleich Bio-ImkerIn zu werden. Säen Sie Blumen, möglichst einheimische. Sei es in der Balkonkiste, im Garten oder auf dem Grünstreifen. Am meisten fliegen Bienen auf nektar- und pollenreiche Arten wie Wiesenklee oder Obstbäume. Auch Rosmarin, Thymian und Lavendel ziehen Bienen an. Verzichten Sie im Garten auf Chemie und durch den Kauf von biologischen Lebensmitteln vermeiden Sie, dass Bienenkiller wie Neonicotinoide in Insektiziden zum Einsatz kommen!

Stefan Jost, Mahler & Co.

Kontakt Blog-Redaktion: blog@mahlerundco.ch

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