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LaSelva Nachhaltigkeitsbericht

LaSelva Nachhaltigkeitsbericht

14.05.2020

Der Geschäftsführer Christian Stivaletti zitiert in seinem Vorwort Wendell Berry (US-amerikanischer Landwirt und Philosoph): "Essen ist eine landwirtschaftliche Handlung". Das heisst, sich zu ernähren, stellt uns jeden Tag vor eine neue Entscheidung: jene Lebensmittel vorzuziehen, die auf verantwortungsbewusste Art gewonnen wurden - oder aber eine Landwirtschaft zu fördern, die schädlich für die Ökosysteme und die Umwelt ist. LaSelva nimmt die Verantwortung sehr ernst, gesunde Lebensmittel herzustellen, die gleichzeitig verträglich für die Umwelt sind. Seit 1984 ist der Betrieb nach den Biorichtlinien von Naturland zertifiziert (entspricht den Schweizer Standards des Knospe-Labels) und seit 2018 "Naturland Fair" zertifiziert.

Darüber hinaus werden umfassende Nachhaltigkeitsziele verfolgt und deren Erreichung in einem periodischen Nachhaltigkeitsbericht kommuniziert. Wir haben drei Punkte aus dem Bericht von 2019 herausgepickt und zusammengefasst.

Aus konventionell wird Bio: Anbaufläche Ospedaletto

2016 wurde das Anbaugebiet um das angrenzenden Nachbargrundstück um 115 ha auf total 707 ha erweitert. Nach zwei Jahren Umstellungsphase, in denen Grünfutter für die Chiannina-Rinder angebaut wurde, konnte die Fläche vollständig auf ökologische Landwirtschaft umgestellt werden. Neben der Erweiterung des eigenen Rohstoffanbaus konnte dadurch die zusammenhängende ökologische Fläche ausgebaut werden, womit sich ein grösserer Nutzen für die Biodiversität ergibt. So bietet z.B. ein künstlich angelegter See Lebensraum für viele Vogelarten wie Reiher, Silcher oder Stelzenläufer.

Der See dient zudem zur Bewässerung der Anbauflächen und wird mit Regenwasser gespeist. Wassergräben am Rand der Felder sammeln wertvolles Regenwasser und leiten dieses in den Speichersee. Insgesamt ¨über 1200 Pflanzen, darunter lokale Baumarten wie Pinien, Zypressen, Steineichen und Lorbeer wurden gepflanzt, um zum Erhalt der Biodiversität beizutragen.

Natürliche Abwasserreinigung durch Phytosanierung

Um die wertvolle Ressource Wasser nach dem Verbrauch in der Verarbeitung der Feldfrüchte wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen, nützt LaSelva das ökologische Prinzip der Phytosanierung. Das Abwasser aus den LaSelva-Produktionsstätten wird nach Abtrennung von Öl und Feststoffen in die mit Schilfrohr bepflanzten Phytosanierungsbecken geleitet.

Pflanzen wie Schilfrohr, Weiden oder Pappeln besitzen die Fähigkeit, Schmutzstoffe aus dem Wasser zu filtern und sie im Blattwerk umzuwandeln und unschädlich über die Luft abzugeben. Eine Schlüsselrolle bei für die Aufnahme der Stoffe über die Wurzeln spielen Mykorrhiza-Pilze. Sie helfen der Pflanze, Nährstoffe aufzunehmen und werden im Austausch dafür mit Zucker versorgt. Nach der Filtrierung durch die Schilfrohrpflanzen kann das Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgegeben werden.

LaSelva Regional-Siegel: Lokaler Anbau und Verarbeitung

Die unternehmerische Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten hat bei LaSelva bereits seit 1993 Tradition. In jenem Jahr übernahmen zwei Landwirte aus der direkten Umgebung einen Teil des Anbaus und der Ernte innerhalb der LaSelva-eigenen Flächen. Im Laufe des Wachstums kamen weitere Landwirte zum Partner-Netzwerk. Seit 2018 sind es 13 Landwirte die in einer engen Partnerschaft in der nahen Umgebung ihre eigenen Flächen für den LaSelva-Tomatenanbau nutzen.

Aus diesem Partnernetzwerk entsteht folgender Nutzen

  • Staffelung des Erntezeitpunkts: Auch wenn alle Felder in derselben Region liegen, bestehen Unterschiede betreffend Klima und Bodenbeschaffenheit. Das wirkt sich auf die Reifung und den Erntezeitpunkt der Tomaten aus. Die Tomaten können so zeitlich gestaffelt in optimaler Reife geerntet und verarbeitet werden. Die Erntekampagne erstreckt sich so ab August über 6 bis 8 Wochen.
  • Risikoreduktion von Ernteausfällen: Fällt die Ernte eines Partners durch Krankheiten oder wetterbedingten Gründen ganz oder teilweise aus, kann dennoch auf andere Standorte ausgewichen werden
  • Garantie gerechter Arbeitsbedingungen: Die räumliche Nähe und persönliche Beziehung ermöglichte einen direkten Einblick in die Mitarbeiterbedingungen der Anbaupartner. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass diese den hohen sozialen Ansprüchen von LaSelva gerecht werden.
  • Stärkung der regionalen Landwirtschaft: Gemeinsam mit den Anbaupartnern wird ein 5-Jahresplan erstellt. Im Sinne einer win-win-Situation geht für die Anbaupartner daraus eine Abnahmegarantie und für LaSelva eine Versorgungsgarantie hervor. Die Preise werden vertraglich festgesetzt und je nach Qualität durch Zuschläge oder Abschläge ergänzt. Kurze Transportwege zwischen Feld und Verarbeitung unterstützen die Umweltverträglichkeit des Produkts und ermöglicht eine persönliche Betreuung und Beratung der Partnerlandwirte.

Ein grünes Logo auf den Etiketten weist auf regionalen Anbau und Verarbeitung hin.

Die Mehrheit der seit 2017 gesetzten Nachhaltigkeitsziele konnten in den letzten zwei Jahren umgesetzt werden. Einige Ziele sind weiter in Bearbeitung und neue werden dazukommen. Unter anderen die Erhöhung des Einsatzes samenfester Saatgutsorten (weniger Hybridsorten), Plastikreduktion beim verwendeten Verpackungsmaterial, Schulung & und Bewusstseinsförderung der Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit, um nur einige Beispiele auf dem weiteren Weg zu nennen.

Hier den ganzen Nachhaltigkeitsbericht von LaSelva ansehen

Text: Stefan Jost, Mahler & Co.

Bilder: LaSelva

Kontakt Blog-Redaktion: blog@mahlerundco.ch

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