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Dinkel-Most-Brot mit Nüssen

Hungersnot ohne Importe?

Marktbericht

Hungersnot ohne Importe?

25.11.2021

BIO BOX Erntebericht Spätherbst / Winter

In den letzten Wochen stand bei unseren Produzenten der Abschluss der Lagergemüse-Ernte im Fokus. Auch hier hat die schwierige Witterung 2021 gravierende Spuren hinterlassen.

Bei den Kartoffeln und Zwiebeln ist die Ernte abgeschlossen. Die Lagerbestände – üblicherweise für 12 Monate ausgelegt – werden in diesem Jahr nur bis Januar / Februar 2022 ausreichen. Durch die vielen Niederschläge sind die Kartoffeln und Zwiebeln eher klein geblieben.

Bei den Rüebli ist die Ernte noch nicht ganz abgeschlossen. Nachdem im Sommer vielerorts die erste „Aussaat“ (bei Gemüse spricht man von Sätzen) buchstäblich im Regen ersoffen ist, konnten die zweiten Sätze zum Teil erst sehr spät oder gar nicht mehr gesät werden. Dies führt zu sehr kleinen Kalibern und niedrigen Flächenerträgen. Die Reichweite im Lager von Schweizer Biorüebli wird maximal bis Mitte März sichergestellt sein. Geringe Erntemengen treffen aus den gleichen Gründen auch für weitere Wurzelgemüse wie Pastinaken, Schwarzwurzeln etc. zu.

Immerhin, bei Kohlarten und Sellerie sind die Erträge recht ausgeglichen, da diese Kulturen einfacher zu handhaben und weniger heikel sind. Die Kohlköpfe und Knollen sind aber im Schnitt doch eher klein geblieben. Grosse Sauerkrauthersteller mussten zum Beispiel schon zu Beginn der Saison auf importieren Kabis ausweichen.

Langjährige, erfahrene Gemüseproduzenten können sich nicht erinnern, dass es in den letzten 30-40 Jahren je eine ähnliche Situation gegeben hat. Und noch vor einigen Jahrzehnten hätte das für die Schweiz eine Hungersnot bedeutet, da das Jahr insbesondere auch für die Getreideernte sehr schlecht war, mit Ernteverlusten zwischen 40-50%! Dank Importen werden unsere Regale und auch unsere BIO BOX aber gefüllt bleiben. Doch die Beschaffung wird auch bei Importen aufwendig und schwierig werden, da schlechte, kalte und nasse Witterung auch Südeuropa beherrscht haben. Niemand war auf diese Extremsituation vorbereitet, deshalb konnte auch bei Langzeitkulturen nicht mehr gesetzt und gesät werden.

Die knappe Verfügbarkeit wird sich auch beim Lagergemüse 2022 auf den Preis auswirken. Wir müssen mit steigenden Einkaufspreisen und Engpässen bei gewissen Produkten rechnen. Leider werden solch extrem Wetterjahre künftig sicher nicht seltener werden. Die Bereitstellung gesunder, natürlicher Lebensmittel, in der gewünschten Menge und Qualität, wird für die ganze Lieferkette zunehmend herausfordernd, auch in Europa, auch in der Schweiz.

Wir alle können etwas dagegen tun! Unseren Lebens- und Ernährungsstil klimafreundlich gestalten, aber auch die extrem hohen Erwartungen an Qualität und Verfügbarkeit bei Lebensmitteln etwas herunterschrauben und so Food Waste verhindern und vermindern.

Text & Bilder: Mahler & Co.

Kontakt Blog-Redaktion: blog@mahlerundco.ch

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