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Da kommen die Bergfeigen her

Da kommen die Bergfeigen her

26.10.2018

Jetzt sind Sie eingetroffen, unsere Bio-Bergfeigen aus der Türkei. Die Neue Ernte erwarten wir immer wieder mit Spannung und auch etwas mit Ungeduld. Aber woher kommen unsere Bergfeigen und wie werden Feigen angebaut, geerntet und verarbeitet?

Anbau:

Herodot – der berühmte griechische Geschichtsschreiber – wurde in der türkischen Region Bodrum geboren. Er sagte schon vor gut 2500 Jahren. «Der Feigenanbau ist so alt wie die Menschheit. Und die Perser haben manche ihrer Schlachten aufgegeben, weil sie keine Feigen mehr im Proviant hatten». Feigen zählen zweifellos zu den ersten Früchten, die von Menschen kultiviert wurden. Die Türkei ist heute – gefolgt von Ägypten, Algerien und Marokko -  der weltweit grösste Feigenproduzent. Im Jahr 2014 wurden über 300'000 Tonnen frische Feigen in der Türkei verarbeitet.

Hauptanbaugebiet für getrocknete Feigen ist die die Menderes-Flussebene, ca. 150 km südwestlich von Izmir. Die Region grenzt an das Ägäische Meer. Deshalb werden die getrockneten Früchte auch als «Ägäische Bergfeigen» bezeichnet. Noch vor gut 50 Jahren wurden die Feigen hauptsächlich in der Flussebene angebaut. Nachdem das fruchtbare Land aber mehr und mehr für andere Kulturen wie Mais, Granatäpfel, Oliven und Zitrusfrüchte genutzt wurde, wanderte der Feigenanbau immer höher in die angrenzenden Berge. Magere Böden und Erosion sind die grössten Herausforderungen für den Feigenanbau in den Bergregionen. Darum kommen Massnahmen zum Schutz vor Erosion und Trockenheit heute grosse Bedeutung zu. Ähnlich wie beim Wein, erzeugen die mageren, ungedüngten Böden aromatische, nährstoffreiche Früchte mit dünner Schale.

Die Befruchtung der Feige ist fast so spannend wie ein Krimi. Zuerst einmal: Ein Feigenbaum hat gar keine sichtbare Blüte, die von irgendwelchen Insekten bestäubt werden kann. Die «Blüte» der Feige wächst innenliegend in den jungen Fruchtansätzen, die noch nicht befruchtet sind. Der Feigenbaum ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die weiblich «Ess-Feige» besitzt nur fruchtbare weibliche Blüten. Sie kann sich also alleine nicht vermehren. Die männliche «Bocks-Feige» (oder Caprifig) enthält männliche Blüten sowie sterile weibliche Gallenblüten. Für die eigentliche Befruchtung geht die Feige eine Symbiose mit der Feigenwespe ein. Die Feigenwespe entwickelt sich in der weiblichen Bocksfeige, welche zum Reifezeitpunkt ca. Haselnussgross ist. Nach dem Schlüpfen überträgt die Feigenwespe den Pollen über ihre Flügel und Füsse auf die kleine Öffnung der Früchte auf dem weiblichen Feigenbaum und die innenliegende Blüte wird dadurch bestäubt. Auf einem weiblichen Feigenbaum kommen zudem 2 bis 3 Generationen von Früchten vor, zum Teil auch solche, die sich ohne Befruchtung ausbilden (und deshalb keine Samen haben).
Um in den Feigenplantagen die komplexe Befruchtung sicherzustellen, werden blühende Bocksfeigen in die Ess-Feigenbäume gehängt (sogenannte Caprifikation).

Die männlichen Bocksfeigen (Caprifigs) werden auf lokalen Märkten frisch verkauft.

Ernte und Verarbeitung

Die Feigenernte dauert ca. 8 Wochen. Je nach Sorte reifen die Feigen bereits an den Bäumen bis zu einem halbtrockenen Zustand und fallen dann zu Boden. Die gefallenen Früchte werden alle 2 Tage eingesammelt und zum Trocknungsplatz gebracht. Dort werden die Feigen traditionell auf Holzrahmen, «kerevet» genannt, (heute meist auf Plastikrahmen) ausgelegt und an der Luft getrocknet bis der Wassergehalt nur noch 22 – 24% beträgt. Um die Trocknung zu beschleunigen und die Feigen vor Schädlingen zu schützen, passiert das heute meist unter Netzen oder Plastiktunneln.
Danach werden die Feigen zum Händler gebracht, wo die Früchte mit viel Handarbeit nach Grösse und Qualität sortiert und im Labor untersucht werden.

Viel Handarbeit beim Sortieren und Verpacken.

Traditionell werden die getrockneten Feigen in verschiedenen Formen und Gebinden auf den Markt gebracht. Nach ihrer Form und Verpackung werden die Feigen unterschiedlich benannt:

  • Lerida: Der Name hat nichts mit der Stadt in Spanien zu tun! Lerida-Feigen sind rund und flachgedrückt. Danach werden sie häufig wagenradartig in Kisten geschichtet.
  • Protoben: flachgedrückt in ihrer ursprünglichen Form, dann schuppenartig in Kartons gelegt.
  • Natural: ungeformte, häufig auch weniger sortierte und kleinere Feigen, die lose in Kisten geschüttet werden.
  • Layers: halbmondförmige Feigen, die vom Stiel bis zur Mitte aufgerissen sind.
  • Loccum: viereckig flach gepresst und dann schuppenartig in Kartons geschichtet.


Unsere Mahler & Co. Bergfeigen in Bio-Knospe Qualität stammen aus den Hügel- und Bergregionen um die Stadt Aydin. Wir verwenden die klassischen Lerida-Feigen und packen sie laufend für unsere Kunden frisch ab. Sie sind sonnengetrocknet, weich, süss und aromatisch, mit einer feinen Caramel-Note.

Text: Stefan Jost, Mahler & Co.

Fotos: Feigenproduzent

Kontakt Blog-Redaktion: blog@mahlerundco.ch

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